Der erste Schwerpunkt der Ausstellung beschäftigt sich mit den Ereignissen des 27. Februar 1944: dem Abschuss eines US- Bombers B17 „Flying Fortress“ im Gebiet von Gaspoltshofen. Das Flugzeug war - aus Norditalien kommend - auf dem Weg nach Steyr, um dort die Waffenfabrik zu bombardieren. Nach Beschuss durch deutsche Jagflugzeuge (dem „letzten Aufgebot“ der Deutschen Luftwaffe) wurde die B17 manövrierunfähig und zerschellte in der Ortschaft Baumgarting.
Die 10- köpfige Besatzung konnte sich mit Fallschirmen aus dem abstürzenden Flugzeug retten. Die amerikanischen Soldaten, die im Bereich zwischen Ottnang und Gaspoltshofen gelandet sind, wurden gefangen genommen. Alle haben den Krieg überlebt.
Die Fallschirme wurden ihnen abgenommen – nach dem Krieg wurden aus der weißen Fallschirmseide Brautkleider genäht!
Einige der US- Air Force Soldaten sind in den 1990er Jahren zurück nach Gaspoltshofen gekommen, um in einer „Reise in die Vergangenheit“ die Kriegserlebnisse Revue passieren zu lassen.
Das zweite Thema des Museums ist eines der letzten Gefechte des Zweiten Weltkrieges auf dem europäischen Kriegsschauplatz: das Gefecht in Hörbach. Am 4. Mai 1945 stellte sich eine kleine Einheit einer Luftwaffen- Felddivision gegen anrückende amerikanische Panzer.
Bei dieser ebenso sinnlosen wie aussichtslosen Kampfhandlung wurden 28 deutsche Soldaten getötet und ein US- Soldat verwundet.
Die Gefallenen wurden tagelang nicht geborgen. Sieben Leichen wurden vor Ort beerdigt, 21 wurden von den Amerikanern auf den Militärfriedhof nach Nürnberg gebracht, wo sie mit richtigem Namen, aber unter Angabe eines falschen Todesortes und falschem Sterbedatum beigesetzt wurden. Erst im Jahr 1995 konnte das wahre Schicksal dieser 21 Luftwaffensoldaten aufgeklärt werden.
„Kriege gehören ins Museum!“ Dieses Motto des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien sollten sich einige „Weltenlenker“ und Politiker vor Augen führen, bevor ein Land nach dem anderen zum Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen gemacht wird.
Das Leid und die Not, welche die Menschheit bisher durch Kriege erlitten hat, scheint aktuell in Vergessenheit geraten zu sein.
Der Besuch eines Museums kann gerade durch die Betrachtung von Schicksalen einzelner Personen den Blick wieder geraderücken: „Nie wieder Krieg!“.
Die Mitglieder des OÖKB, OG Kallham – Neumarkt i.H. – Pötting bedanken sich bei Alois Doppelbauer für die Führung durch das Museum.

