Stellungnahme des Österreichischen Kameradschaftsbundes   zum Ergebnis der Bundesheer-Wehrdienstkommission  

  • Erstellt von Österreichischer Kameradschaftsbund

Rückkehr zu acht Monaten Grundwehrdienst  

Wiedereinführung von verpflichtenden Milizübungen  

Der Österreichische Kameradschaftsbund mit seinen neun Landesverbänden,
rund 1.200 Ortsverbänden sowie 210.000 Mitgliedern nimmt das heute präsentierte
Ergebnis der im Vorjahr von Frau Bundesministerin Klaudia Tanner eingerichteten
Bundesheer-Wehrdienstkommission mit Freude zur Kenntnis und anerkennt ausdrücklich
die fundierte Arbeit der eingesetzten Expertinnen und Experten.

Die seriöse Auseinandersetzung mit der Dauer des Wehrdienstes und damit eng
verknüpft auch des Wehrersatzdienstes (Zivildienstes) ist notwendig, weil sich die
wehr- und sicherheitspolitischen Anforderungen, die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen und die Lebensrealitäten junger Menschen in den letzten Jahren
in unserem Land deutlich verändert haben.

Gleichzeitig hält der Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes,
Bundesratspräsident i.R. Ludwig Bieringer fest:

„Die Diskussion darf sich nicht allein an organisatorischen oder budgetären Fragen
orientieren. Der Wehrdienst bzw. Zivildienst ist mehr als eine Zahl an Monaten. Er ist
ein zentraler Bestandteil der Umfassenden Landesverteidigung und
Sicherheitsvorsorge, der glaubhaften Sicherstellung unserer Neutralität und
Souveränität, der Katastrophenhilfe und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der
von Regeln, Respekt und Verantwortung über alle ideologischen Positionierungen
hinweg getragen wird.“

Aus Sicht des Österreichischen Kameradschaftsbundes braucht das Bundesheer vor
allem eines: Verlässlichkeit und Wertschätzung. Unsere Soldaten,
Milizangehörigen und Grundwehrdiener müssen ausreichend Zeit haben, um ihre
Fähigkeiten bestmöglich zu erlernen und ihre Aufgaben verantwortungsvoll
auszuüben. Halbherzige Lösungen helfen niemandem, weder der Truppe noch der
Bevölkerung, die im Ernstfall auf sie angewiesen ist.

Hier hat die Bundesheer-Reform-Kommission insbesondere mit ihrem empfohlenen
Modell „Österreich Plus“ klar Stellung bezogen und einer wiederholten Forderung
des Österreichischen Kameradschaftsbundes Rechnung getragen.

Wir erwarten daher, dass die politischen Entscheidungsträger das einstimmige
Ergebnis der Bundesheer-Wehrdienst-Kommission mit ihren zukunftsweisenden
Empfehlungen umgehend in ein Gesamtkonzept für ein rasch einsetzbares,
verteidigungsfähiges, personell gut aufgestelltes und gesellschaftlich anerkanntes
Bundesheer einbetten und dabei auch eine zukunftsfähige Zivildienstleistung im
Rahmen der Zivilen Landesverteidigung mitberücksichtigen.

„Sicherheit ist keine theoretische Größe. Sie beginnt bei den Menschen, die wissen,
was sie tun, und die spüren, dass ihr Dienst respektiert wird. Dafür wird sich der
Österreichische Kameradschaftsbund weiterhin klar, konstruktiv und
partnerschaftlich einsetzen“, so Präsident Bieringer.

BU: ÖKB-Spitzenfunktionäre bei Frau Bundesministerin Klaudia Tanner
(Foto: HBF/Karlovits)

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